Erste Eindrücke…

Jetzt sind wir schon seit einigen Tagen in Peru (Lima) angekommen und es wird langsam auch Mal Zeit für meinen ersten Bericht. Wir 10 Volontäre (eine fehlt noch, da sie später 18 Jahre alt wird) sind am Sonntagmittag am Flughafen von Lima angekommen und wurden sehr freudig begrüßt. Michael Köhler (der Bruderschaftssekretär der mit seiner Frau Anne-Sophie und ihren zwei Kindern Lia und Jannis vor Ort leben) und zwei weitere Peruaner haben uns anschließend zum YMCA Lima ins Pueblo Libre gefahren, wo wir erst einmal unsere Zimmer beziehen durften. Wir drei Jungs haben ein großes Zimmer und die Mädels nebenan ihr Zimmer. Anschließend sind wir mit dem Bus zu Köhlers gefahren, was schon das erste Abenteuer war was wir erleben durften.

DENN…Die Straße in Peru ähnelt in keinen Weiße der in Deutschland. Es gibt Schlaglöcher die unbarmherzig von allen Autos überfahren werden, so dass jegliche Passagier einen kleinen Satz auf ihren Sitzen macht. Die Busse halten auch nicht unbedingt an jeder Bushaltestelle, sondern halten auch oft in der Nähe von einer Menschenansammlung. Bemerkbar machen sie sich durch durchgehendes Hupen, oder einen Mann, der sich aus dem Fenster lehnt und alle Fahrtziele rumschreit. Dieser Mann sammelt auch gleichzeitig das Fahrtgeld ein, dessen Menge je nach Anzahl des Abbiegens bestimmt wird und nicht nach Strecke. Den Rest der Strecke von der Bushaltestelle mussten wir dann laufen und durften dabei direkt erfahren, wie es auf den Straßen zugeht. Als wir eine Strecke gelaufen waren, hörten wir (die letzten zwei Personen) ein leisen Motorradgeräusch, drehten uns um und sahen ein Motorrad, dass sich langsam an uns angepirscht hatte, und nun da wir es bemerkt hatten schnell abdrehte und verschwand. Der Fahrer war in Schwarz gekleidet und man konnte kein Gesicht durch das Visier erkennen. Nach Nachfrage bei Köhlers wurde uns erklärt, dass genau solche Fahrer von hinten unbemerkt an Menschen ran fahren und anschließen etwas klauen und schnell wegfahren. Diese Kriminalität fand man auch direkt am zweiten Tag, an dem Thiemo (ein Mitvolontär) komisch angerempelt wurde und dabei in die hintere Hosentasche gefasst wurde.

Am selben Tag fing unser Programm der Woche an, in welcher wir fast alle Projekte des YMCA Lima sehen konnten. Abwechslung gibt es bei Geld wechseln, Sehenswürdigkeiten begutachten, Passbilder machen und natürlich beim Essen. Es gibt so viele verschiedene Früchte, Gebäcke und Geschmacksrichtungen, dass man gar nicht genug probieren kann. Zum Frühstück gibt’s meistens Rührei, Toast, oder eine andere Sorte von Brot. Ich persönlich mixe mir beim Frühstück einen eigenen Fruchtsaft zusammen, der aus einer großen Maracuja, einer Mango, einer Banane, einem Glas frisch gepressten Orangensaft und einer speziellen Frucht (Granadilla) besteht. Die Geschmacksrichtungen gehen von Ultra süß, bis extrem sauer und sind mega lecker. Zum Mittagessen gibt es immer Reis kombiniert mit Kartoffeln in allen möglichen Formen und natürlich Fleisch. An einem Tag gab es ein großes Festessen mit allen wichtigen Verantwortlichen des YMCA, das sehr lecker war. Zur Vorspeise gab es Palta, eine Avokado, die aber nicht annähert an die deutsche Avocado erinnert, sondern viel reifer, größer und geschmackvoller ist.

Die Verständigung auf Spanisch lief zuerst schleppend, aber man lernt mit jedem Tag mehr und mehr und so langsam kommt man in den Rhythmus der Sprache rein. Ich muss sagen, Verstehen fällt mir inzwischen gar nicht mehr so schwer, es ist mehr das Antworten, an dem man oft scheitert, weil einfach das Vokabular fehlt. Jedoch sind alle sehr geduldig mit uns und versuchen nach Möglichkeit auch langsamer zu sprechen.

Des Weiteren haben wir die Programme Creceemos felizes, Surco, el colegio, Hope und Haven besucht. Creceemos felizes ist ein Nachmittagsprogramm für Kinder, deren Eltern auf der Straße leben und die dann auch den ganzen Tag auf der Straße verbringen würden. Es gibt dort eine Sportprogramm, Hausaufgabenbetreuung, Theater, kleine Spiele und Andachten. Surco ist neben Pueblo Libre ein weiteres großes Zentrum für den YMCA in Lima. El Colegio ist die Schule des YMCA in der wir auch sehr stürmisch begrüßt wurden. Die Schüler hatten auch ein kleines Programm vorberietet, in dem sie uns ihre einzelnen sozialen Projekte vorgestellt haben. Ich hatte sehr den Eindruck als seien sie alle sehr erfreut dass die Deutschen wieder da sind. Hope und Haven sind die parallelen Programme von Pueblo Libre und Surco, die für Jugendliche und junge Erwachsene sind. Dort wird viel gespielt, Sport gemacht… Diese Woche stand des Weiteren eine sehr wichtige Entscheidung an. Nämlich wer, der 7 Lima-Volis nach Surco gehen darf. Schlussendlich sind es Johannes und Smilla (alias Charlotta) geworden, die zusammen nach Surco gehen und auch dort wohnen werden.

In beiden Einrichtungen gibt es neben Fitnessstudio und Schwimmbad auch Tanz und andere Sportangebote, Volleyball, Fußball, Basketball und Ballett. In beiden Eirichtungen ist Raum gegeben für Personen jedes Alters. Von paar Monaten bis zwei Jahren, von zwei bis fünf, von fünf bis sechs/sieben und dann die Kindergruppen, Jugendlichen, junge Erwachsene, Erwachsene und natürlich auch viele alte Menschen. Ich finde es sehr faszinierend, wie es immer wieder „ganz alte Knacker“ ins Fitnessstudio oder ins Tanzen verschlägt und sie dort sogar ziemlich gut mithalten. Zusammenfassend kann man für die erste Woche in einem neuen Land, in einer neuen Kultur sagen, dass wir sehr herzlich aufgenommen wurden und sich jeder bemüht uns den Anfang möglichst leicht zu machen.

Die Verantwortlichen, die Köhlers und auch meine Mitvolontäre sind sehr gut drauf und haben immer ein offenes Ohr für jeden. Ich bin sehr glücklich diese Möglichkeit für dieses Jahr wahrgenommen zu haben und bin gespannt was alles sonst noch auf uns wartet. Ich denke und hoffe, dass eine Zeit voller neuen Erfahrungen auf menschlicher, persönlicher, aber auch geistlicher Ebene vor uns liegt.

Und ich bin dankbar für meine Eltern (und den Rest der Familie), die mich bei allem unterstütz haben und weiter vorangebracht haben. Aber auch für den CVJM in Deutschland, dass sie mir die Möglichkeit geben. Und am meisten sollte ich Gott dankbar sein dass er mich immer begleitet und genau weiß welcher Schritt als nächstes ansteht. Da er immer an meiner Seite steht kann mir nichts geschehen, weder körperlich noch seelisch und ich kann mich getrost (wie mein Vater sagen würde) auf ihn verlassen… In diesem Sinne bis zum nächsten Blogeintrag und bis dahin:

¡Cuídate! (Pass auf dich auf!) Und adios…

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